Hans Marcher in einem Strandkorb sitzend mit zwei Zuckerherzen in den Händen
Mehrere Zuckerherzen

„Manchmal ist so ein Dankeschön mehr wert als alles andere auf der Welt.“

Noch während der Lockdown das Leben in Thüringen bestimmte, entwickelte Gastronom Hans Marcher zusammen mit einigen Freunden die Kampagne „Danke mein Held“, bei der Lebkuchenherzen an Corona-Heldinnen verteilt werden konnten. Paul-Philipp Braun sprach mit ihm über die ungewöhnliche Aktion, seine Beweggründe und was die Krise für sein Geschäft bedeutete.

Herr Marcher, Sie haben im März die Aktion „Danke mein Held“ gestartet. Wie kam es eigentlich dazu?
Die Aktion ist entstanden, indem wir einige Menschen sind, die sich treffen und zu Beginn dieser Krise überlegt haben, was wir in der Situation tun können. Eines Morgens habe ich dann unter der Dusche gestanden und da fiel mir die Sache mit den Herzen ein. Ich dachte einfach: Wir müssen den Menschen, die jetzt für uns da sind, einfach ein „Dankeschön“ überbringen. Manchmal ist so ein Dankeschön mehr wert als alles andere auf der Welt. Es geht einfach darum, dass man eine gewisse Beachtung hat. Und es geht um Solidarität, Wertschätzung und Verbundenheit – den Menschen gegenüber, die draußen sind und das Leben am Laufen halten!

Und dann?
Ich habe meine Freunde aus der Kreativwirtschaft angerufen. Innerhalb von 48 Stunden haben wir die Idee aus dem Boden gestampft. Das heißt, wir haben ein Logo entwickelt, eine Webseite aufgesetzt und beim Ministerpräsidenten angefragt, ob er dabei wäre. Dann haben wir unsere Netzwerke genutzt, um die Herzen verteilen zu können. Inzwischen haben wir darauf eine sehr gute Resonanz erhalten und ein wirklich gutes Feedback bekommen. Es freut uns natürlich, dass das nun dazu dient, Menschen ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Wie war das, hat der Ministerpräsident mitgemacht?
Klar! Nachdem die Idee geboren war, stand schnell fest, dass wir das erste Herz an den Ministerpräsidenten übergeben – stellvertretend für die Menschen im Land Thüringen. Egal, ob es um jene ging, die Anträge abgearbeitet haben oder anderweitig unterstützt haben, auch Ihnen wollten wir danke sagen. Dienstag haben wir die Idee geboren, Mittwoch alles vorbereitet, am Donnerstag haben wir es umgesetzt und Freitag waren wir in der Staatskanzlei.

Hans Marchner mit Lebkuchenherzen

Sie sind ja selbst Gastronom. Was hat denn die Corona-Pandemie auf Sie persönlich und vor allem auf Ihr Geschäft für Auswirkungen?
Zunächst bin ich einmal Berufsoptimist. Ein Mensch wie ich, der denkt immer positiv und so kann ich sagen: Die Krise hat mich zu Höchstleistungen bei der Kreativität herausgefordert. Das heißt, mein Team und ich haben in den acht Wochen permanent nach neuen Wegen und Lösungen gesucht, wie wir mit der Krise umgehen. Der Tag begann für mich immer wieder mit dem Satz: „Ich habe mir jetzt einmal Folgendes überlegt...“ So entstand etwa die Herzen-Aktion. Dann haben wir uns um Projekte wie das Autokino am Stausee gekümmert. Wir haben unseren Pächtern geholfen, einen Bratwurststand auf dem Parkplatz einzurichten. Wir haben versucht, den Tretboot-Verleih mittels Hygienekonzept und Ausnahmegenehmigung wieder zum Laufen zu bringen. Wir haben ein Konzept für ein Festival im Jahr 2021 erarbeitet. Ich kann also sagen, dass es in den letzten acht Wochen nie langweilig war!

Zurück zu der Herzen-Aktion! Wie kamen Sie auf Lebkuchenherzen, ist das nicht eigentlich eher was für Weihnachten?
Das liegt zum einen daran, dass es zum Geschäftsmodell meines Freundes Robert Riethmüller passt. Der hat die Idee maßgeblich mitentwickelt und hat ein Unternehmen in Bad Berka, in dem er Torten und solche Dinge herstellt. Zum anderen ist ein Herz immer schön. Und das Symbol gilt ja nicht nur zu Weihnachten, sondern auch auf dem Oktoberfest oder zu anderen Veranstaltungen. Da gibt es ja dann immer die Herzen, die man mit Botschaften versehen kann, um einen liebgewordenen Menschen eine nette Botschaft zu überreichen.

Vom Erlös sollen 30 Prozent gespendet werden. Wie läuft das dann?
Dieses Geld soll für Projekte oder Initiativen eingesetzt werden, die es dringend brauchen. Wir bitten seit dem Beginn der Aktion um Vorschläge, die wir dann gern aufnehmen. Auch jetzt können sich Menschen über die Webseite oder die Social Media-Kanäle bei uns melden.

Das heißt aber, die Aktion soll einen Schlusspunkt finden?
Genau so ist es. Ende Mai wollen wir Menschen, die sich während der Pandemie besonders verdient gemacht haben, zu einem Konzert der Band Ann Red bei uns am See einladen. Das Konzert findet auf einer schwimmenden Bühne statt und die Gäste sitzen im Strandkorb, sehen auf den See und können die Musik über Kopfhörer genießen. Und selbstverständlich verköstigen wir sie auch! Und dann geben wir auch bekannt, was mit dem Geld passiert.


Interview: Paul-Philipp Braun
 

Der Freistaat Thüringen in den sozialen Netzwerken: