Ein braunes Alpaka
Weiße Alpakas auf der Weide
Frau Barthel und zwei weitere Personen während einer Alpaka-Wanderung
Frau Barthel bereitet Futter für die Alpakas zu, eines frisst bereits aus der Schüssel
Ein weißes Alpaka

Alpaka-Therapie gegen den Corona-Stress

Ein Messebesuch hatte es Katrin Barthel angetan: Sie traf zum ersten Mal echte Alpakas und verliebte sich sofort in die kleinen Andenkamele. Seitdem beschäftigt sie sich mit den Tieren, las Bücher, studierte deren Lebensbedingungen. 2018, einige Jahre später, machte Katrin Barthel die Tiere zu ihrem eigenen Lebensinhalt. Sie verließ den sicheren Job als Bus-und Straßenbahnfahrerin in Jena und eröffnete in Rothenstein eine Alpaka-Farm. „Ich hatte damals die Nase voll vom Druck und die Tiere gaben mir eine neue Möglichkeit!“

Was zunächst mit zwei Tieren begann, ist inzwischen zu einer kleinen Herde herangewachsen. Sechs Hengste wohnen auf der Farm unweit der Saale. Sie sind inzwischen die Stars in Rothenstein. „Wenn eine Gruppe mit den Alpakas unterwegs ist, dann wissen die Leute hier schon, dass die zu mir gehören“, sagt Katrin Barthel. Und genau darin besteht ihr Geschäftsmodell: Die Organisation und Durchführung von Alpaka-Wanderungen.

Katrin Barthel mit einem braunen Alpaka

Egal ob Kindergartengruppen, Schulklassen, Betriebsausflüge, Familientreffen oder Sportteams, die Wanderungen mit den Alpakas kommen an. Auch, weil Katrin Barthel und ihre Tiere thüringenweit unterwegs sind. Sie besuchen Mittelaltermärkte und Tage der offenen Tür, präsentieren sich bei Hoffesten und Zuckertütenfesten. „Bis März waren wir eigentlich jedes Wochenende unterwegs“, sagt Katrin Barthel, während sie Alpakahengst Jimmy an der Leine führt. Doch mit der Corona-Pandemie änderte sich auch für die das kleine Unternehmen aus Rothenstein alles. Fest eingeplante Termine mussten abgesagt werden, auch die Spaziergänge durften wegen der Infektionsschutzregeln zunächst nicht mehr stattfinden. Die Verbote und die Kontaktsperre hätten sie schwer getroffen, sagt Katrin Barthel. Dass derzeit noch nicht abzusehen sei, wann wieder eine Art Normalität einkehrt, das macht sie weiter besorgt. Selbstverständlich habe sie, erklärt Barthel, die Soforthilfe für Selbstständige beantragt. Das Geld vom Freistaat sei auch schon geflossen, auf die Bundeszuweisung wartet sie noch. Es sei eine schwierige Zeit, sagt sie. Doch diese Zeit treffe ja alle. „Wir müssen deswegen positiv denken!“

Barthel hofft, dass bis zu den Sommerferien Lockerungen eintreten und zumindest kleinere Gruppen sich wieder treffen und dann auch mit den Alpakas spazieren gehen dürfen. Bisher bietet sie das nur Familien an: „Es ist wichtig, dass man aus einem Haushalt kommt, nur dann geht das.“ Wenn es aber geht, dann umso besser. Denn Alpakas sind nicht einfach irgendwelche Tiere für Spaziergänge, sie haben eine nachgewiesene Therapiewirkung. Sie beruhigen durch ihr flauschiges Fell und entspanntes Wesen. Ein Faktor, der in Zeiten von Homeschooling, Homeoffice und Einsamkeit gefragt sein dürfte. „Vor der Krise haben wir immer wieder auch mit Einrichtungen für Benachteiligte zusammengearbeitet. Das geht derzeit nicht mehr“, sagt Barthel. Auch deswegen wünsche sie sich, dass bald ein Umgang mit der Krankheit gefunden werde. Denn nicht nur den Menschen fehle das Rausgehen und die Bewegung: Die Alpakas genießen auch die Zeiten mit ihren zweibeinigen Spazierpartnern und -partnerinnen.

Katrin Barthel teilt sich Obst mit einem braunen Alpaka

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