Thomas T. Müller steht mit seinem 17 jährigen Sohn hinter einer Absperrung mit einem Schild: „Kein Zutritt“.

Museums Against Corona: Ausstellungsstücke mit Youtube entdecken

Wer ihn sieht, der muss denken „Was für ein unterhaltsamer Typ!“  Und in der Tat: Thomas T. Müller ist einer, der zu Recht behaupten kann, dass er bereits einige angestaubte Museen aus ihrem Dornröschenschlaf holte. Der Direktor der Mühlhäuser Museen, der auch Vorsitzender des Thüringer Museumsverbandes ist, verstand sich in den vergangenen Jahren darauf, auch regionalen und lokalen Häusern eine über deren klassisches Einzugsgebiet hinausreichende Bedeutung zu verschaffen. Sonderausstellungen wie die zu „Alternativen Reformationsideen in Thüringen“, die „Premiumausstellung von Einhörnern und Drachentötern“ oder auch die vielbeachtete DDR-Kunstsammlung verschafften den Westthüringern ein erstaunliches Renommee.

Thomas T. Müller präsentiert einen Blumenkranz in einem Rahmen. Sein Sohn macht eine Nahaufnahme mit einem Kamerahandy.

Doch auch die Museen sind von der aktuellen Corona-Pandemie betroffen, dürfen nicht besucht werden und müssen ihre Pforten geschlossen halten. Um einem erneuten Dornröschenschlaf entgegenzuwirken, entwickelte Müller daher die Youtube-Reihe der „Museums Against Corona“, bei der er auf unterhaltsame und kurzweilige Art und Weise in die Sammlungen der Mühlhäuser Museen einführt. Das Setting der Videos ist dabei immer gleich: Thomas T. Müller ist Regisseur, Experte und Showmater in einem. Er erklärt die Stücke, begrüßt und verabschiedet die Zuschauenden. Mit dabei ist Sohn Paul. Der 17-Jährige hat derzeit corona-bedingte Zwangsferien und unterstützt seinen Vater als Kameramann.

Und das scheint gar nicht so einfach, denn weil die Ausstattung des Filmteams bewusst simpel gehalten ist – sie besteht aus einem Smartphone und einem Gimbal zur Videostabilisierung – werden alle Videos als ein Take gedreht. „Das kann manchmal ganz schnell gehen und manchmal braucht es unzählige Versuche“, erklärt Müller. Mehr als 30 Mal haben Vater und Sohn für eines ihrer Videos schon ansetzen müssen, bevor es den hohen Ansprüchen des Museumsdirektors genügte. Das Drehbuch entwickele sich in der Regel spontan, sagt Müller: „Manchmal weiß ich erst, wenn ich vor einem Objekt stehe, was ich dazu sagen möchte.“

Thomas T. Müller und sein Sohn stehen in einer wundervoll hellen und barock eingerichteten Raum. Sie betrachten gemeinsam ein Smartphone.
In einem Spiegel ist ein wundervoll heller und barock eingerichteten Raum zu erkennen.
Thomas T. Müller präsentiert einen Blumenkranz in einem Rahmen. Sein Sohn macht eine Nahaufnahme mit einem Kamerahandy.
Eine kunstvolle Porzellantasse in Nahaufnahme auf einem barocken Tisch drapiert.
Thomas T. Müller und sein Sohn stehen in einer wundervoll hellen und barock eingerichteten Raum. Sie betrachten gemeinsam ein Smartphone.
In einem Spiegel ist ein wundervoll heller und barock eingerichteten Raum zu erkennen.
Thomas T. Müller präsentiert einen Blumenkranz in einem Rahmen. Sein Sohn macht eine Nahaufnahme mit einem Kamerahandy.
Eine kunstvolle Porzellantasse in Nahaufnahme auf einem barocken Tisch drapiert.

Der Vorteil: Müller führt außerhalb der Corona-Zeit selbst durch die Museen, kennt seine Ausstellungsstücke ganz genau. Er weiß, welche eine unterhaltsame Geschichte verbergen und aus welchen eine werden kann.
Und so erklärt er in den Videos die Bedeutung der mittelalterlichen Stadtmauer, gibt Einblicke in die Heraldik des kaiserlichen Schutzwappens oder berichtet davon, dass Haarbilder in den vergangenen Jahrhunderten ein beliebtes Andenken waren.
Die Besonderheit: Corona steht zwar im Titel der Mühlhäuser Youtubereihe, kommt aber in den Videos nie vor. „Es tut den Menschen gut, wenn sie einmal etwas anderes als Corona sehen“, erklärt Müller, der vor seiner Museumskarriere unter anderem als Barkeeper und Lokaljournalist arbeitete, seinen Ansatz.

Immer wieder versucht er die Videos, die nie länger als drei Minuten sind, unterhaltsam zu gestalten, Witze und unnützes Wissen einzubauen. Seit Anfang März unterhalten die täglichen Episoden der Museums Against Corona-Serie Zuschauende aus ganz Deutschland. Mehr als 6000 Male wurden sie bereits aufgerufen. Für Müller, der in diesem Zusammenhang seinen ersten Youtube-Kanal eröffnete eine kleine Sensation. Unterstützt wird das Projekt auch von vielen Medien, die großes Interesse an der ungewöhnlichen

Thomas T. Müller steht auf einer mittelalterlichen Steintreppe und spricht in die Handykamera seines Sohnes.

Museumspräsentation haben. Zahlreiche Radio- und Zeitungsinterviews hat Müller daher schon gegeben. Sie trugen zur raschen Bekanntheit der Aktion bei. Inzwischen weiß Thomas T. Müller von Zuschauenden aus München oder dem Eichsfeld. Aber auch viele Exil-Mühlhäuser würden sich für die Serie begeistern.

Und auch die Mühlhäuser Lokalredaktion der Thüringer Allgemeinen hat daran ihren Anteil. Täglich gibt es dort eine Vorschau auf das Video des nächsten Tages.

Direkt zum Youtube-Kanal der Mühlhäuser Museen

Text: Paul-Philipp Braun

Museum against Corona

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