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Josephine Weigel trägt eine Gesichtsmaske und überprüft den Inhalt einer Kühltruhe.

Den Ausnahmezustand zur Normalität gemacht

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie stehen sie im besonderen Fokus: Supermärkte und Discounter. Während viele kleinere Läden schließen mussten, standen ihre Türen auch während des Lockdowns offen.

Und die damit verbundenen Herausforderungen kamen vielerorts mit Ankündigung. Josephine Weigl ist Inhaberin eines Rewe-Marktes im Erfurter Ortsteil Rieth. Bereits Anfang März warf die Pandemie ihre langen Schatten voraus: „Das etwas anders ist, das habe ich zum ersten Mal wahrgenommen, als die Kunden immer mehr Klopapier kauften und begonnen haben, Dinge zu hamstern.“ Zahlreiche Menschen stürmten damals, vor gut drei Monaten, in die Märkte und statteten sich mit Dingen aus, die in einer Katastrophenlage von Vorteil sein könnten. „Ich musste dann erst einmal meine Mitarbeiter beruhigen, auch für uns war Corona neu, die Lage unübersichtlich. Eine unserer größten Herausforderung war es, die Menschenmassen in den Griff zu bekommen“, erinnert Josephine Weigl sich.

Doch auch der Nachschub an Waren wurde damals für eine kurze Zeit unterbrochen. Für Weigl eine bis dato ungekannte Situation: „Die Lager waren einfach leer.“ Vor allem Nudeln und Konserven waren im März begehrt, die Regale waren trotz stetigen Nachfüllens immer wieder leergekauft. Auch Mehl und Hefe sei während dieser Zeit gefragt gewesen: „Damit hätte jeder auch ohne Bäcker Brot backen können.“ Drei Wochen habe es gedauert, erzählt Weigl, bis die Rewe-Kette ausreichend und zuverlässige Lieferanten gefunden habe, um den Engpass zu beheben: „Das führte dann aber eben dazu, dass wir auch schon einmal italienisches Toilettenpapier im Regal hatten.“

Erst gegen Ende März lief der Warennachschub wieder reibungslos. Auch wenn damals nicht alles da gewesen sei, konnten Weigl und ihre Mitarbeitenden wieder auf eine gewisse Angebotsvielfalt zurückgreifen. Doch nicht nur Fertigprodukte seien während der strengen Corona-Restriktionen über den Ladentisch gewandert, sagt die Marktinhaberin. Auch Bioprodukte und regionale Waren wurden gefragt. Ein Trend, der sich schon vor der Krise abgezeichnet hatte, während der Pandemie allerdings noch viel stärker anwuchs: „Die Kunden wollten eben wissen, wo ihre Nahrungsmittel herkommen. Und das setzt sich jetzt so fort.“

Ein Kasse die momentan geschlossen ist. Im Hintergrund eine geschäftige Bäckerei.
Ein prall gefülltes Regal mit Toilettenpapier.
Ein Kasse die momentan geschlossen ist. Im Hintergrund eine geschäftige Bäckerei.
Ein prall gefülltes Regal mit Toilettenpapier.

Eine den Markt ganz unmittelbar betreffende Herausforderung sei auch das Hygienekonzept gewesen, erklärt Josephine Weigl. Dieses sei vor Ostern umzusetzen gewesen. Doch während Städte, Landkreise und Länder immer wieder eigene Verordnungen erließen, fühlten sich Einzelhändler wie Josephine Weigl oft auf sich gestellt. Doch die Rewe-Gruppe habe ihr dabei, erzählt Weigl, zur Seite gestanden. Eine eigene Arbeitsgruppe habe sich auf Konzernebene mit den neuen Vorschriften zum Infektionsschutz befasst. Grundfrage sei immer gewesen, wie Mitarbeitende und Kunden bestmöglich zu schützen seien.

„Mittlerweile ist bei uns aber der Ausnahmezustand zum Normalzustand geworden“, sagt Josephine Weigl und berichtet, dass Maskenpflicht, Einkaufskörbe als Kundenzähler und Desinfektionsstationen in ihrem Markt inzwischen zur Normalität zählen würden.

Zu besagter Routine gehört auch, dass das Ordnungsamt das Hygienekonzept und den Umgang des Marktes damit immer wieder unter die Lupe nimmt. Die Regelungen der Landeshauptstadt sollen umgesetzt werden. Ein kollegiales Miteinander seien diese Aufeinandertreffen: „Das Ordnungsamt gab uns von Beginn an Tipps, was wir noch verbessern können. Dafür waren wir sehr dankbar.“

Text: Paul-Philipp Braun

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