Michael Gottweiß trägt ein Headset, sitzt vor einem Computerbildschirm und lächelt.

Videosprechstunde zum Infektionsschutz

Fünf Ärzte und sieben Schwestern: Die Landarztpraxis in Ilmtal-Weinstraße ist eine der wichtigen medizinischen Versorgungsschnittstellen der Gemeinde und des Umlandes. Mehrere Hundert Patientinnen werden von hier aus versorgt, Fachärztinnen verschiedener Disziplinen – darunter auch eine Kinderärztin – kümmern sich um die Menschen im Weimarer Land. Michael Gottweiß ist einer der hier arbeitenden Ärzte. Sein Vater gründete die Landarztpraxis noch zu DDR-Zeiten, seine Mutter ist Kinderärztin – das Medizinische hat Michael Gottweiß quasi schon in den Kinderschuhen immer um sich gehabt.

Viele Erkrankungen und Zustände hat Michael Gottweiß bereits gesehen und erlebt. Als sich im März aber die Corona-Krise anbahnte, da waren auch er und seine Mitarbeiterinnen zunächst vor ungekannte Herausforderungen gestellt. „Corona ist eine außergewöhnliche Zeit. Man erlebt es wie in einem Film mit“, meint Michael Gottweiß.

Michael Gottweiß steht vor einem Spiegel und lächelt in die Kamera, dabei trägt er einen Mundschutz und eine Gesichtsmaske.

Besagter Film hätte in Ilmtal-Weinstraße, wie auch andernorts, zunächst mit großen Ängsten und Unsicherheiten begonnen. „Wir haben von Anfang an versucht, das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten“, berichtet Michael Gottweiß und erinnert sich, dass zu Anfang der Pandemie immer wieder neue Richtlinien und Hinweise durch Politik und autorisierte Stellen erlassen worden seien. Täglich habe er sich dazu informieren müssen und die neuen Erkenntnisse in Beratungen an das Team weitergegeben: „Vor allem ganz am Anfang war das für uns alles sehr aufregend.“

Eine Arztpraxis ausgestattet mit Hinweisschildern zu Abstandsregeln und Flatterband.

Doch auch der akute Mangel an Schutzausrüstung machte der Landarztpraxis zu schaffen. Infektionsschutz sei nur grundlegend vorhanden gewesen, das bevorratetet Desinfektionsmittel ging bald zur Neige. Doch der Vorteil einer Landarztpraxis sei auch, sagt Michael Gottweiß, dass ein Dorf sich zu helfen wisse. So sei es einem örtlichen Landhandel zu verdanken gewesen, dass die Ärzte und Schwestern trotz der weltweiten Knappheit schon vor Ostern mit einigen FFP3-Schutzmasken und Einmal-Overalls ausgestattet werden konnten. Das Material sei ursprünglich für den Einsatz in der Tierzucht gedacht gewesen, nun kam es dem menschlichen Infektionsschutz zu Gute. „Das war zwar noch nicht viel, aber wir hatten immerhin etwas da“, meint Michael Gottweiß, der sich für die Praxis überall Dinge „zusammenborgte“, wie er sagt. Erst seit Mai können Schutzanzüge, Masken und Desinfektionsmittel wieder zuverlässig geliefert werden. Zwischenzeitlich habe aber auch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Thüringen – die Dachorganisation der Kassenärzte – ihre Mitglieder mit Ausrüstung versorgt. Eine Unterstützung, für die Michael Gottweiß dankbar ist und die zeige, sagt er, dass die Strukturen in Deutschland funktionieren.

Zu diesen Strukturen gehört aber auch die Landarztpraxis selbst, in der sich das Team schon zeitnah nach den ersten Pandemie-Regelungen auf Corona eingestellt hatte. „Wir haben in den ersten Wochen einen eigenen Drive-In eingerichtet, bei dem unsere Patienten vor die Praxis fuhren und dort einen Abstrich machen konnten“, erzählt Michael Gottweiß. Ein eigener Corona-Abstrichraum im Keller der Landarztpraxis und die Absage aller nicht dringend notwendigen oder zeitkritischen Vorsorge- und Routinetermine gehörten auch zu diesem System. Erst seit einigen Wochen läuft die Praxis wieder in einer Art Post-Corona-Routine, erklärt Gottweiß: „Nun geht es darum, dass wir uns schon einmal auf eine mögliche zweite Welle vorbereiten. Aber das wird schwierig, denn niemand weiß das Virus so richtig einzuschätzen.“

Man erkennt Michael Gottweiß von hinten. Vor ihm ein Bildschirm mit seinem auf dem eine Videokonferenzsoftware läuft.
Ein Tisch mit Praxisutensilien in der Nahansicht.

Zu diesen Strukturen gehört aber auch die Landarztpraxis selbst, in der sich das Team schon zeitnah nach den ersten Pandemie-Regelungen auf Corona eingestellt hatte. „Wir haben in den ersten Wochen einen eigenen Drive-In eingerichtet, bei dem unsere Patienten vor die Praxis fuhren und dort einen Abstrich machen konnten“, erzählt Michael Gottweiß. Ein eigener Corona-Abstrichraum im Keller der Landarztpraxis und die Absage aller nicht dringend notwendigen oder zeitkritischen Vorsorge- und Routinetermine gehörten auch zu diesem System. Erst seit einigen Wochen läuft die Praxis wieder in einer Art Post-Corona-Routine, erklärt Gottweiß: „Nun geht es darum, dass wir uns schon einmal auf eine mögliche zweite Welle vorbereiten. Aber das wird schwierig, denn niemand weiß das Virus so richtig einzuschätzen.“

 

Text: Paul-Philipp Braun

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